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Petersplatz in Rom Kirchenfenster Kerzen Kreuze im Sonnenuntergang

Tübingen/Pazarcık

Foto: RTF.1
Einsatz im Erdbebengebiet: Theresa Schneck berichtet aus der Türkei

Mehr als 50.000 Tote hat das Erdbeben am 6. Februar in der Türkei und in Syrien gefordert. Zahlreiche Hilfsorganisationen - auch aus Deutschland - machten sich daraufhin auf den Weg, um die Menschen vor Ort zu unterstützen und ihnen beizustehen, beispielsweise medizinische Hilfe zu leisten. Die Rede ist von 60.000 Helfern - unter ihnen auch eine junge Frau aus Tübingen. Theresa Schneck war für die Hilfsorganisation humedica vor Ort. Für RTF.1 berichtete sie von ihrem Einsatz.

Theresa Schneck zeigt uns in ihrer Wohnung in Tübingen Fotos vom Einsatz in der Türkei. Zwei Wochen war sie dort – als Teil eines Teams, das in der Erdbeben-Region medizinische Hilfe geleistet hat – genauer gesagt in Pazarcık, einer mittelgroßen Stadt in der Provinz Kahramanmaraş.

"Dort war relativ viel zerstört", berichtet Theresa Schneck. "Das war zwar nicht das Epizentrum, soweit ich das richtig in Erinnerung habe, aber das Krankenhaus, was zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch funktionierte, war komplett zerstört, weshalb sie auf ein neues, aber eigentlich noch nicht fertiggestelltes Krankenhaus ausweichen mussten."

Und so hat das Team von humedica die medizinische Versorgung im Zeltlager von Pazarcık übernommen. Hier lebten diejenigen, die durch das Erdbeben ihre Wohnungen und Häuser verloren hatten – insgesamt 6.000 Menschen.

Das deutsche humedica-Team bestand aus sieben Personen: Drei Ärztinnen, ein Arzt, eine Pflegekraft und zwei Koordinatorinnen; zu diesen gehörte Theresa Schneck. Gemeinsam mit der anderen Koordinatorin war sie für die Organisation des Einsatzes zuständig. Für die Camp-Bewohner war das Zelt von humedica wie eine Hausarztpraxis – der Anlaufpunkt bei allen möglichen medizinischen Problemen.

"Die unmittelbar vom Erdbeben Betroffenen waren meist schon versorgt bis zu dem Zeitpunkt hin", so Schneck. "Bei uns war es denn entweder die Nachsorge, also zum Beispiel auch Fäden ziehen von Wunden, die verletzt waren, es waren sehr viele Atemwegsinfektionen aufgrund der klimatischen Verhältnisse dort, es war sehr, sehr kalt."

Und zu der Kälte kamen noch Nachbeben. Die Erde, so schien es, kam in dieser Region einfach nicht zur Ruhe. "Es hat eigentlich ständig die Erde gebebt, teilweise schwächer, teilweise größer", so Schneck. "Manchmal war man sich nicht so ganz sicher, es gab ein Nachbeben der Stärke 6,4, bei dem wir auch evakuiert haben, also aus einem Gebäude raus sind, das ist schon sehr beängstigend."

Während der medizinischen Behandlung war viel Zeit zum Zuhören. Viele Patienten hatten ein Bedürfnis zu reden, wollten von ihren Schicksalen erzählen. "Das Ausmaß ist so groß, dass man das teilweise oder dass ich das teilweise gar nicht greifen konnte, wenn Personen uns erzählt haben, dass sie 15 bis 20 Angehörige im Erdbeben verloren haben. Oder dass alles ihr Hab und Gut alles weg ist oder ihre Lebensgrundlage zum Beispiel in Form von einem Geschäft oder ähnlichem komplett zerstört ist", sagte Theresa Schneck. Um das alles zu verarbeiten, gab es einen jeden Abend eine Team-Besprechung.

Nach zwei Wochen Einsatz ist Theresa Schneck jetzt wieder in Deutschland, zurück in ihrem Alltag. "Natürlich habe ich jetzt viel erzählt, es hilft auch, das Team zu haben, mit dem wir uns weiterhin austauschen können, aber es ist natürlich schon schwierig, oder ich finde es persönlich sehr schwierig, wieder in meinem Alltag anzukommen. Dann einfach ganz normal da weiterzumachen, wo ich vor den zwei Wochen aufgehört habe mit den Erfahrungen und dem Wissen, was ich jetzt habe."

Aber trotz all der schrecklichen Dinge, die sie gesehen und gehört hat: Es sei insgesamt eine positive Erfahrung gewesen. Und beim nächsten Einsatz ist Theresa Schneck wieder dabei, um zu helfen.


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