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Zwangs-Umerziehung

Foto: Pixabay
Russland verschleppt Tausende ukrainische Kinder

Eine Studie der Kindernothilfe dokumentiert eine Vielzahl von nach Russland verschleppten ukrainischen Kindern und Jugendlichen. Auch ZDF-Recherchen zeigen, wie ukrainische Kinder nach Russland gebracht werden. Dort werden sie offenbar russischen Pflegeeltern übergeben.

Seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine werden die Rechte von Kindern gravierend verletzt. Eine Studie der Kindernothilfe dokumentiert eine Vielzahl von nach Russland verschleppten ukrainischen Kindern und Jugendlichen. Entführungen gehören zu den sechs schwersten Kinderrechtsverletzungen in bewaffneten Konflikten und stellen Kriegsverbrechen dar. "Die Verschleppung von Kindern ist ein schweres Kriegsverbrechen, das wir auf das Schärfste verurteilen", mahnt Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann. "Wir müssen uns dafür einsetzen, dass der Krieg nicht weiter die Kindheit und das Leben unzähliger Mädchen und Jungen zerstört", so Weidemann.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) bezeichnete dies als Kriegsverbrechen. Der Kreml bestreitet die Vorwürfe. Wie viele Kinder betroffen sind, ist unklar. Der Humanitarian Research Lab der US-Universität Yale ging zuletzt von etwa 6000 ukrainischen Kindern aus, die ukrainische Regierung rechnet aktuell mit mindestens 14.000.

Zu den fünf der sechs schwersten Kinderrechtsverletzungen nach der UN-Kinderrechtskonvention gehören Tötung oder Schädigung der Gesundheit von Kindern, Vergewaltigung und andere Formen der sexualisierten Gewalt, Entführungen, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser sowie die Beschränkung des Zugangs zu humanitärer Hilfe. Die Kindernothilfe hat mithilfe einer Anwältin und Menschenrechtsaktivistin ukrainische und russische Menschenrechtsaktivisten sowie Betroffene und UN-Organisationen zu den Entführungen befragt.

SOS-Kinderdörfer: "Können keine Auskunft geben, wie die Kinder nach Russland kamen"

Die internationale Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ist in Russlands systematische Verschleppung ukrainischer Kinder verstrickt. Das belegen Recherchen des ZDF-Politmagazins "frontal". Bilder, die der Redaktion vorliegen, zeigen, wie ukrainische Kinder in die Siedlung Tomilino in der Nähe von Moskau gebracht werden. Dort werden sie offenbar russischen Pflegeeltern übergeben. Die Siedlung Tomilino gehört seit 1990 zu den SOS-Kinderdörfern.

Gegenüber dem ZDF räumte die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer ein, dass sie von 13 ukrainischen Kindern in ihren Dörfern in Russland wisse und teilte zudem schriftlich mit: "SOS-Kinderdorf Russland kann keine Auskunft darüber geben, wie die Kinder nach Russland kamen und wie sie die russische Staatsbürgerschaft erlangten."

Weiter schrieb die Hilfsorganisation: "SOS-Kinderdorf ist gegen den Einsatz von Kindern für politische Zwecke. Wir unterstützen das nicht und werden diesen Fall prüfen." Das Hauptziel von SOS-Kinderdorf Russland sei es, Kinder unabhängig von ihrer Herkunft zu schützen, auch unter extrem schwierigen Bedingungen.

SOS-Kinderdorf Russland arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als 30 Jahren in Russland und betreut dort derzeit mehr als 600 Kinder. Der Verein verweist darauf, dass er in der Ukraine seit Kriegsbeginn mehr als 74.000 Kinder unterstützt habe.

Zwangsadoptionen mit dem Ziel der "Russifizierung"

Nach Recherchen von "frontal" besuchte Putins "Beauftragte für Kinderrechte", Maria Lvova-Belova, im Dezember 2022 das SOS-Kinderdorf bei Moskau. Ihre Behörde organisiert Zwangsadoptionen ukrainischer Kinder mit dem Ziel der Russifizierung. Während ihres Besuches in der Siedlung Tomilino entstanden Propagandabilder mit verschleppten ukrainischen Kindern. Weitere Aufnahmen zeigen, wie Putins Partei "Einiges Russland" durch das SOS-Kinderdorf in der Nähe von Moskau marschiert.

Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 werden ukrainische Kinder und Jugendliche systematisch nach Russland verschleppt. Viele der Kinder werden zur Zwangsadoption freigegeben und kommen in russische Pflegefamilien. Ziel ist oftmals eine Umerziehung: Die Kinder sollen alles Ukrainische vergessen und stattdessen eine pro-russische patriotische Erziehung erhalten.

"Es steht außer Frage, dass ukrainische Mädchen und Jungen aus ihrer Heimat entführt werden", sagt Frank Mischo, Advocacy Manager der Kindernothilfe, der deren Studie begleitet hat. "Genaue und verlässliche Zahlen in der Kriegssituation zu erheben, ist jedoch äußerst problematisch", so Mischo. Verschiedene Organisationen und Studien haben bislang unterschiedliche Zahlen genannt. Die Kindernothilfe fordert daher dringend transparente Zahlen, die methodisch sauber erhoben wurden. Nur so können zielgenaue Maßnahmen für entführte Mädchen und Jungen umgesetzt und durch eine Strafverfolgung Gerechtigkeit für die betroffenen Kinder erreicht werden.

Vor dem Angriffskrieg war die Ukraine das Land mit der größten Anzahl von Heimkindern in Europa. Nach offiziellen Angaben waren rund 91.000 Mädchen und Jungen in Waisenhäusern, Internaten und anderen Einrichtungen untergebracht. Fast die Hälfte von ihnen seien Kinder mit einer Behinderung. Mehr als 1.000 von ihnen wurden nach Russland deportiert.

"Die Sicherheit der besonders vulnerablen Kinder und Jugendlichen muss auch im Konflikt zwingend gewährleistet sein", betont Katrin Weidemann von der Kindernothilfe. Die Kinderrechtsorganisation fordert die sofortige Rückführung der entführten Mädchen und Jungen sowie ihren Schutz vor jeglicher Gewalt. Außerdem benötigen sie wichtige psychosoziale Unterstützung und medizinische Versorgung.


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