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Vorwurf

Foto: Sea Eye/Leon Salner
Italien und Malta sollen Seenotrettung Geflüchteter behindert haben

Die deutsche Seenotrettungs-Organisation Sea-Eye wirft Italien und Malta vor, die Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer verhindern zu wollen. Mit 108 Menschen an Bord hat das Rettungsschiff jetzt einen Hafen angesteuert.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat die Crew der Sea-Eye 4 in der maltesischen Such- und Rettungszone nach eigenen Angaben 45 weitere Menschen aus Seenot gerettet, nachdem diese sechs Tage auf hoher See ums Überleben gekämpft hatten. Zuvor hatten laut Sea-Eye sowohl Italien als auch Malta aktiv versucht, die Rettung dieser Menschen zu verhindern. Den Vorwürfen zufolge wies Malta zwei Handelsschiffe an, den Fall zu ignorieren und drohte sogar mit Konsequenzen.

Als die italienischen Behörden der Sea-Eye 4 mit zu diesem Zeitpunkt 63 geretteten Menschen an Bord am Samstagnachmittag (17.12.) Livorno als sicheren Hafen zugewiesen hatten, war das Rettungsschiff in die Suche eines weiteren Seenotfalls involviert. 45 Menschen harrten seit Tagen auf einem seeuntauglichen Kunststoffboot aus. Obwohl die italienischen Behörden seit Freitag von dem Fall und der akut lebensbedrohlichen Lage der Menschen gewusst hätten, hätten sie die Sea Eye 4 angewiesen, umgehend nach Livorno zu fahren, hieß es.

Da keine anderen Rettungsschiffe in unmittelbarer Nähe waren, blieb die Sea-Eye 4 im Einsatz und suchte weiter nach den Vermissten. Während der 35-stündigen Anfahrt stand die Sea-Eye 4 in Kontakt mit zwei Handelsschiffen, die sich ebenfalls in der maltesischen Such- und Rettungszone befanden und Hilfe zusicherten.


Die maltesische Seenotleitstelle allerdings wies beide Schiffe laut Sea-Eye an, ihren regulären Kurs fortzusetzen. Während die NORVIKEN daraufhin die Suche abbrach, blieb die MTM SOUTHPORT vor Ort und beteiligte sich weiter an der Suche. In einer E-Mail der maltesischen Seenotleitstelle an die MTM SOUTHPORT hieß es, es liege kein Seenotfall vor und eine Rettung der Menschen würde von den maltesischen Behörden als Abfangen auf hoher See betrachtet. Maßnahmen zur Rettung oder immerhin zur Überprüfung des Falls wurden durch Malta zu keinem Zeitpunkt eingeleitet, kritisiert Sea-Eye.

"Stattdessen versuchte die maltesische Seenotleitstelle, die Rettung aktiv zu verhindern", teilte Sea-Eye mit. "Ein systematisches Vorgehen aus politischem Kalkül, das immer wieder Menschenleben kostet", mahnt die deutsche Seenotrettungs-Organisation und verweist auf ein Beispiel: "Der Fall des jungen Mädchens Loujin, die im September in der maltesischen Such- und Rettungszone verdurstete, ist nur ein bekanntes Beispiel der Konsequenzen dieses vorsätzlichen Nichthandelns."

„Dieser Fall zeigt schonungslos auf, dass die unterlassene Hilfeleistung durch maltesische Behörden systematisch ist. Dass Malta in der eigenen Such- und Rettungszone nicht nur keine eigenen Rettungen durchführt, sondern sogar aktiv versucht, Rettungen durch Handelsschiffe zu verhindern, ist ein Skandal!" sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V. Mit Hilfe der MTM SOUTHPORT konnte die Sea-Eye 4 die 45 Menschen schließlich finden, retten und auf die Sea-Eye 4 evakuieren.

Die Strapazen haben deutliche Spuren hinterlassen. Nahezu alle Menschen erlitten Verätzungen durch ausgetretenes Benzin und sind traumatisiert durch die Ereignisse. Insgesamt waren die Menschen sechs Tage auf offener See und mussten um ihr Leben bangen. Die Sea-Eye 4 ist nun auf dem Weg nach Livorno, um dort alle 108 Personen sicher an Land zu bringen. Die Behörden wurden zu jedem Zeitpunkt über den Stand der Rettung und das Vorgehen der Sea-Eye 4 informiert.

„Die Crew ist erschöpft aber glücklich, die Menschen gerettet zu haben. Als erstes müssen wir nun die Kleidung der Geretteten waschen, denn alle waren vollständig von Benzin durchtränkt. Dadurch haben viele Verätzungen erlitten, die auf der Krankenstation behandelt werden müssen. Die Menschen werden lange Zeit brauchen, um sich zu erholen, viele starren fassungslos in die Ferne und taumeln über das Deck", beschreibt Einsatzleiter Jan Ribbeck die Situation an Bord am Morgen nach der Rettung.


"Als Einsatzkoordinatorin habe ich die Geschehnisse von Land aus beobachtet, es war ein Wechselbad der Gefühle: Wir waren so erleichtert, dass Handelsschiffe auf diesen Notruf reagierten, da wir noch zu weit weg waren und kleine Boote wie dieses schnell kentern können. Aber dann mitzuerleben, dass die staatlichen Akteure, die eigentlich Leben retten sollen, den Schiffen, die helfen wollten, anweisen abzudrehen, ist unfassbar. Ich bin froh, dass diesmal niemand sterben musste, aber es gibt andere Fälle, in denen Menschen sterben, nur weil Staaten wie Malta sich weigern, ihnen zu helfen. Das ist ein Skandal, wir sollten alle empört sein!" so Sophie Weidenhiller, Einsatz-Koordinatorin von Sea-Eye.


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