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Humanitäre Hilfe

Foto: pixabay.com
Handycap International nimmt Hilfe in Afganistan wieder auf

Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) hat ihre Projekte in Afghanistan wieder aufgenommen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe sei immens: Das Land ist verwüstet und durch explosive Kriegsreste und Landminen verseucht.

Laut Handicap International haben 80 Prozent der afghanischen erwachsenen Bevölkerung in irgendeiner Form eine Beeinträchtigung. Über 2,5 Millionen Erwachsene (14 %) leben mit einer schweren Behinderung. Die Organisation Handicap International ist der Ansicht, dass die humanitären Grundsätze der Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit derzeit eingehalten werden, und nimmt ihre Aktivitäten in den vier Provinzen Herat, Kundus, Kandahar und Nimrus nach und nach wieder auf. Sollten Frauen und andere Mitglieder der Bevölkerung am Zugang zur Hilfe gehindert werden, würde die Organisation die Zukunft ihrer Programme neu überdenken.

"Der Zugang von Frauen, Menschen mit Behinderung und gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu den von HI angebotenen Dienstleistungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Tätigkeit der Organisation", sagt Gilles Nouziès, Leiter der Asien-Programme von HI. "Die Teams von Handicap International in Afghanistan sind entweder männlich oder weiblich, damit auch Frauen Rehabilitationsmaßnahmen erhalten können. Die Möglichkeit für Frauen, in unseren Projekten mitzuarbeiten, und die Gewährleistung des gleichberechtigten Zugangs von Frauen und Männern zu unseren Dienstleistungen haben für uns Priorität. Wenn uns der Zugang zu bestimmten Teilen der Bevölkerung verwehrt wird, würden wir unsere Arbeit in dem Land überdenken", sagt Gilles Nouziès, Leiter der Asien-Programme von HI.

"Der Bedarf an humanitärer Hilfe nimmt weiter zu"

Handicap International arbeitet seit 1987 in Afghanistan und ist eine der wenigen NGOs, die in den Bereichen körperliche Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung tätig ist - Dienstleistungen, die eine entscheidende Rolle dabei spielen, Menschen mit Verletzungen und Behinderungen die Selbstständigkeit zurückzugeben oder zu erhalten. "Das afghanische Volk hat jahrzehntelange Konflikte erlebt. Es leidet unter Mangel und fehlender Grundversorgung. Der Bedarf an humanitärer Hilfe nimmt weiter zu. Das fragile Gesundheitssystem, das durch den Mangel an ausgebildetem Personal beeinträchtigt ist, ist nicht in der Lage, den medizinischen Bedarf der Bevölkerung zu decken. Für viele Afghanen ist es lebenswichtig, dass wir weiterhin unsere Rehabilitations- und psychosozialen Dienste anbieten", sagt Julio Cesar Ortiz Arguedas, Direktor von HI in Afghanistan.

Rehazentrum in Kandahar funktioniert weiter

Handicap International hat 1996 das nach eigenen Angaben einzige Rehabilitationszentrum im Süden des Landes in Kandahar eingerichtet und unterstützt es seither kontinuierlich. Das Zentrum wird von einem Team von etwa 50 Personen geleitet und betreut in der Regel rund 300 Patienten pro Woche. In den Provinzen, in denen HI tätig ist, besuchen außerdem die mobilen Teams Patientinnen und Patienten in abgelegenen ländlichen Gebieten, die keinen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen haben.

Enorme Zahl an Menschen mit Beeinträchtigungen

HI leistet außerdem psychosoziale Unterstützung für Menschen in Not, darunter auch für Menschen, die durch den Konflikt vertrieben wurden, leistet Aufklärungsarbeit zum Thema Minengefahr und unterstützt die von Covid-19 betroffenen Menschen. Der jahrzehntelange Krieg hat sich unmittelbar auf die Häufigkeit von Behinderungen in Afghanistan ausgewirkt. Aufgrund der Minen und explosiver Kriegsrückstände, bewaffneter Konflikte und aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Gesundheitsdiensten haben etwa 80 Prozent der Erwachsenen irgendeine Form von körperlicher, funktioneller, sensorischer oder sonstiger Beeinträchtigung. Über 2,5 Millionen Erwachsene (14 %) leben mit einer schweren Behinderung.


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